Archiv der Kategorie: Meckerecke

Von Zeit zu Zeit haben wir mal etwas auszusetzen. Das machen wir hier auf möglichst sarkastische Art und Weise in der Meckerecke. Bitte nicht ganz so ernst nehmen!

Pipi kommt (am Bahnhof)

Warum pinkeln Leute am Bahnhof in die Unterführung?

Da fließt nichts ab und es stinkt danach tagelang. Warum nicht in ein Gebüsch oder ein Stück Wiese? Würde keinen interessieren. Warum sucht man sich dafür den blödesten denkbaren Ort raus?

In einer Bahnunterführung, erst recht im Bahnhof, kann man schon an Gleis 1 gesehen werden, wenn man den Treppenaufgang von Gleis 12 begießt. Da ist immer Licht und andauernd kommt jemand um die Ecke. Na gut, wenn einen das nicht stört… Aber die unfreiwilligen Zuschauer stört es vielleicht.

Oder ist es da unten vielleicht wärmer? Besteht wirklich die Gefahr, dass man sich hinter einem Gebüsch einen abfriert und im Tunnel nicht? Ich würde behaupten, in einer Unterführung zieht es deutlich mehr, auch wenn ich das jetzt noch nicht so genau gemessen habe.

Also bitte — kann mir irgendjemand, der das schon mal gemacht hat, beantworten, warum man in eine Bahnunterführung bronzt? Vielen Dank im Voraus.

Unglückstourismus

Wie in den Nachrichten nicht zu übersehen war, ist am vergangenen Sonntag in Rechberghausen ein Flugzeug abgestürzt. Wer es nicht mitbekommen hat – hier die Meldungen dazu:

Wir kamen an diesem Sonntagnachmittag eine knappe Stunde nach dem Unglück nach Hause. Der Empfang durch den tief fliegenden Polizeihubschrauber und das scheinbar komplette Arsenal an Feuerwehr und Notärzten auf dem Sonnenberg ließ schon nichts Gutes erahnen. Die Nachricht sprach sich dank Straßenfunk schnell herum. Alle waren ziemlich schockiert.

Schockiert vielleicht auch deshalb, weil man es doch irgendwie nie für möglich gehalten hätte, dass so etwas mal wirklich passiert. Jeder hier hat mal eine Hausversicherung abgeschlossen und beim Überfliegen der Zeile „Schäden durch Flugzeugteile“ schmunzeln müssen. Aber wie man sieht, ist das gar nicht so abwegig.

Nun brauchen andere diese Versicherung, und wir hoffen für die Betroffenen, dass sie keinen allzu großen Ärger damit haben werden. Abgesehen von den materiellen Schäden, die irgendwie zu ersetzen sind, fragen wir uns aber, ob man das so einfach wegstecken kann. Vermutlich nicht. Wir stellen uns das ziemlich schwierig vor, in den eigenen Garten zu blicken und zu wissen, dass hier zwei Menschen ihr Leben gelassen haben.

Der eigentliche Grund, warum dieser Text aber in der Meckerecke steht, ist der seit Montag nicht aufhören wollende Tourismus.

Andauernd stehen Leute am Rand der Unglücksstelle und glotzen neugierig in die Gärten der betroffenen Häuser. Wann immer ich diese Woche auf der Heimfahrt am Ortseingang vorbei gekommen bin, musste gerade jemand in der Gegenrichtung genau an der Stelle zwischen den Häusern mitten auf der Straße anhalten und aus seinem Auto gaffen. Das die dabei den Verkehr behindern und Auffahrunfälle provozieren, ist diesen ignoranten Irren völlig egal.

Das konnte ich an nur drei Tagen in der halben Minute beobachten, in der ich von Oberhausen Richtung Schlosshof fahre. Wie muss das erst den ganzen Tag über gewesen sein? Ich will gar nicht wissen, wie viele sensationsgeile Vollpfosten aus der Ortsmitte den Berg hoch fahren oder wahrscheinlich sogar mit Navi aus den umliegenden Gemeinden anreisen. „An der nächsten Kreuzung folgen sie der Vorfahrtsstraße. Danach befindet sich die Todeszone auf der rechten Seite.“ Meine Fresse!

Habt ihr dummen, dummen Menschen wirklich nichts besseres vor, als unsere Straßen zu verstopfen? Lasst den Betroffenen doch einfach ihre Ruhe! Sie haben genug damit zu tun, das zu verarbeiten.

Tür zu(g)!

Wer in einem gewissen Alter nicht merkt, dass er hauptsächlich von Idioten umgeben ist, merkt es aus einem gewissen Grunde nicht!
Curt Goetz (1888 – 1960), deutscher Schriftsteller

Mit diesem komischen Zitat will ich mal die Meckerecke wiederbeleben. Ich meckere ja gerne und viel. Meckern erleichtert. Es ist nicht immer konstruktiv, aber das soll es auch gar nicht sein. Manchmal muss man einfach meckern, damit es nicht ignoriert wird.

Tür auf, Tür zu, Tür auf, zu, auf zu auf zuHeute meckere ich über Türen; genauer gesagt über Türen bei der Deutschen Bahn und alles, was damit zusammen hängt. Wer regelmäßig mit dem Zug fährt, wird sich hier sicher wiederfinden.

Normalerweise haben Türen zwei Zustände: geöffnet und geschlossen. Bei der Bahn haben Türen sechs Zustände:

  • geöffnet
  • geschlossen
  • sich automatisch permanent öffnend und schließend
  • sich durch Zugbewegungen willkürlich öffnend und schließend
  • abweisend gegenüber beabsichtigter Zustandsänderung durch einen Benutzer
  • defekt

Besonders schlimm sind die klassischen manuellen Doppeltüren in den Regionalzügen. Manchmal braucht man so viel Kraft, die zu öffnen, dass man besser nicht als Kind oder Rentner allein unterwegs ist.

Die wohl größte Fehlkonstruktion sind aber die automatischen Schiebetüren zwischen den Abteilen der etwas neueren Wagons. Man öffnet sie, indem man beginnt, sie am Griff manuell aufzuschieben. Das registriert die Tür und öffnet dann vollends automatisch. Nach ein paar Sekunden schließt die Tür wieder automatisch. Klingt toll, ist es aber nicht. Versucht man die Tür von Hand zu schließen, lässt sie sich keinen Millimeter bewegen! Wer das nicht kennt, denkt sich doch irgendwann auch „Ja, Dreck hier, dann lasse ich Türen in Zukunft eben offen.“ Das ist Mist — ich habe ein Problem mit Leuten, die von Abteil zu Abteil latschen und dabei die Türen offen lassen!

Aber noch besser: während die Tür in Bewegung ist, lässt sie sich davon nicht abbringen, bis dieser Vorgang abgeschlossen ist. Wenn die Tür vor einem zu geht, wenn man schnell raus will, versucht man sie natürlich offen zu halten. Das gelingt bestenfalls, wenn man den Fuß rein klemmt und sich dann mit aller Macht dagegen wehrt, dass der verbleibende Spalt noch kleiner wird. Mehrmals pro Woche sieht man ahnungslose Fahrgäste an dieser Mechanik verzweifeln. Man muss die Tür sich komplett schließen lassen und kann sie dann erst wieder öffnen. Blöd, wenn man es eilig hat. Ich warte nur auf den Tag, an dem mal ein Schüler so ungünstig steht, dass die sich schließende Tür genau zwischen Rücken und Schulranzen rein fährt. Der ist dann absolut festgenagelt. Wer konstruiert so einen Scheiß?

Los, alle rein da! Nein raus! Rein! Raus! Aber wir waren zuerst da!Ganz toll ist das auch, wenn der Zug im Bahnhof ankommt. Wenn da auch nur vier Leute aussteigen wollen, ist die Chance ziemlich hoch, dass die nur einen Flügel der Doppeltür öffnen. Und dann fließt das alles langsam durch die eine Tür ab und draußen stehen auch nochmal drei Leute, die dann mit ihren Koffern alle durch die eine Tür einsteigen. Nein, wozu auch die andere Tür öffnen!? Und sich dann im nächsten Moment über die Verspätung beschweren.

Und zu guter Letzt natürlich der Klassiker. Der Zug fährt ein und draußen am Bahnsteig sammeln sich die Leute um die Türen herum an, weil sie einsteigen wollen. Geht aber nicht, weil drinnen die im Weg stehen, die raus wollen. Ich habe da immer wieder diese Vorstellung von einem Zug, der stundenlang im Bahnhof steht, mit offenen Türen. Draußen stehen Leute und blicken erwartungsvoll durch die Tür zu denen im Inneren, die wiederum erwartungsvoll auf die Leute draußen schauen. Dieser Moment, bis die draußen kapieren, dass sie zur Seite gehen müssen, damit es irgendwie weiter geht — eingefroren — herrlich. Das ist der Moment, in dem sich die Evolutionstheorie bestätigt. Spätestens da ist bewiesen, dass das Zitat oben gar nicht so falsch ist.

Telekom kündigen für Anfänger

Da kam mir neulich eine schöne Geschichte von der Kündigung eines Telekom-Vertrags unter. Sehr unterhaltsam. Hat mich sehr an unsere eigene Kündigung 2009 erinnert.

Wir haben damals ein halbes Jahr vor unserem Auszug gekündigt. Ohne mir vorher den Vertrag genauer anzusehen, ging ich davon aus, dass ein halbes Jahr reichen sollte. Wir waren bis dahin schließlich seit 2,5 Jahren dabei, also sollte die übliche Mindestvertragslaufzeit von 2 Jahren vorbei sein. Außerdem geht man ja mit gesundem Menschenverstand davon aus, dass die Kündigungszeit eigentlich kürzer sein muss (ein Monat, oder wenigstens drei), da die meisten Menschen wohl nicht ein Jahr im Voraus auf den Monat genau wissen werden, wann sie ausziehen.

Aber Fehlanzeige, die Kündigungsfrist betrug trotzdem ein volles Jahr. Der Quasi-Monopolist kann sich sowas eben leisten. Einfach lächerlich. Die Telekom bestand darauf, die Hälfte von 2010 noch ganz normal weiter für die alte Wohnung abzurechnen, obwohl wir die Leistung dort gar nicht mehr in Anspruch nehmen konnten. Besser noch – es würde ja mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Anschluss durch den Nachmieter beantragt werden, weshalb sie dann in dem Zeitraum für die Wohnung doppelt kassieren könnten. Die Ablösesumme, um den Vertrag „vorzeitig“ auf Ende Dezember zu kündigen, war wie in dem Beispiel oben ähnlich überzogen. So um die 200 €, wenn ich mich recht erinnere.

Ich könnte jetzt eine endlose Liste mit Tipps bringen, wie man sich gegen solche Abzocke zur Wehr setzt. Ein Hausbau und diverse andere Verträge lehren einem ganz schön viel über den Umgang mit solchen Forderungen. Aber lassen wir das lieber, sowas führt schnell zu unschönen Diskussionen.

Wir haben das Problem mit der Telekom-Kündigung so gelöst, dass wir den Vertrag auf die Nachmieter übertragen haben. Die haben ihn also weitergeführt und für uns gab es keine Kündigungsfrist mehr. Glück im Unglück. Der bürokratische Aufwand war trotzdem gigantisch.

Ich finde es aber immer noch untragbar, dass dieser Saftladen einfach mal ein halbes Jahr oder länger eine Leistung abrechnen darf, die er gar nicht mehr erbringt. Irgendwas stimmt doch da nicht.

Der Baumarkt unseres Nicht-mehr-Vertrauens

Manchmal haben wir das Gefühl, dass irgendjemand was gegen unser kleines Bauvorhaben hat. Denn so viele unglückliche Ereignisse während eines Baujahres kann es eigentlich kaum geben. Doch anhand der vielen Missgeschicke muss es ja fast ein ganzer Kontinent sein, der uns das nicht gönnt.

FliesenAlso von Anfang an. Wir hatten vor vielen Wochen nach längerem Suchen endlich die Fliesen unserer Wahl im Baumarkt unseres (damals noch) Vertrauens gefunden. Wir bestellten diese gleich,  da die Bodenfliesen etwa 6 Wochen Lieferzeit hatten.

Unsere Wandfliesen und Bordüren waren allerdings auf Lager und wären zum mitnehmen gewesen. Das wollten wir allerdings nicht, da zu diesem Zeitpunkt noch nicht mal der Estrich im Haus war und wir keinen Platz zum Zwischenlagern hatten. Also bestellten wir alles zusammen und uns wurde gesagt, dass alles auf einmal geliefert werden kann.

Nach 6 Wochen wollte ich dann mal nachfragen, wann der Liefertermin denn sei und musste ganz nebenbei erfahren, dass zwar unsere Bodenfliesen da seien, jedoch die Wandfliesen nicht. Denn es sei etwas mit der Bestellung schief gegangen — die Verpackungsgröße der Kartons habe sich geändert und der Baumarkt unseres (noch) Vertrauens  hätte dies der Fliesenfirma bestätigen müssen. Haben sie aber nicht gemacht.

Nach etlichem Hickhack am Telefon sind wir dann kurzerhand persönlich hin gefahren und haben unsere Wandfliesen in ausreichender Menge im Regal gefunden (das wusste aber keiner der qualifizierten Facharbeiter). Wir meldeten uns für den vergangenen Samstag an, um die Wandfliesen abzuholen, da wir diese ja am Montag brauchten.

Wer jetzt denkt, alles kein Problem, der hat sich geschnitten.

Wir haben uns meinen Vater und seinen Anhänger  „geliehen“, um die Fliesen abzuholen. Wir standen im Baumarkt an der Information und fragten nach, wo man sich bezüglich der Abholung melden müsse. Die Verkäuferin schaute nach und wir erfuhren nebenher, dass die Lieferadresse (obwohl sie richtig auf unserer Rechnung stand) in Wäschenbeuren wäre statt in Rechberghausen. Nachdem dieses Missverständnis zum Glück noch rechtzeitig bereinigt wurde, sind wir in die Fliesenabteilung gegangen. Nach einer Weile hatte ein Mitarbeiter Zeit und holte uns die Wandfliesen. Während meine Eltern die Fliesen am Anhänger in Empfang nahmen, wollten wir diese kurz an der Kasse bezahlen.

Wir mussten feststellen, dass kurz etwa 20 Minuten dauerte. Da wir bereits eine Anzahlung geleistet hatten und jetzt einen Teil der Fliesen mitnehmen würden, den Rest aber nachliefern lassen wollten, musste das alles irgendwie miteinander verrechnet werden. Muss man nicht kapieren, aber egal (dachte sich vermutlich auch das geschulte Fachpersonal).

Die restlichen Fliesen wurden uns für Dienstag zugesagt. Ein Wunder, mit nicht mal zwei Stunden Verspätung kamen sie tatsächlich an. Nur leider ohne den eigentlich kleinsten Posten, die Bordüren. Also fragte Bert telefonisch nach. Man versprach ihm, dass jemand zurückrufen würde, der sich mit sowas auskennt. Das passierte natürlich nicht.  Also fuhren wir heute wieder vorbei, um die Sache zu klären und die Bordüren wenn möglich gleich abzuholen.  Nach gut 20 Minuten Wartezeit in der chronisch unterbesetzten Fliesenabteilung, wo sich keiner der zwei Mitarbeiter im Stande sah, sich um die Kunden zu kümmern, sank unsere bis dahin noch gute Laune in den Keller. Irgendwann hatte einer der Arbeiter dann wohl mal Zeit und nach weiteren 10 Minuten standen wir an der Kasse.

Da gab es natürlich das gleiche Problem wie in der Woche zuvor: Die Kassiererin war mit unseren drei Kassenzetteln überfordert und musste nachfragen. Sie verschwand für mindestens 10 Minuten aus ihrer Kasse. In der Zwischenzeit staute sich natürlich die Schlange, da nur noch eine Kasse besetzt war.

Fazit: Das ist leider nicht mehr der Baumarkt unseres Vertrauens, und er wird es auch nicht mehr werden.  Hier wurde offenbar die Service-Wüste Deutschland erfunden.