Archiv der Kategorie: Fotografie

Auch wenn Fotografieren nur ein beiläufiges Hobby von uns ist und eher Mittel zum Zweck, so gibt es doch vielleicht das eine oder andere Mal etwas darüber zu schreiben.

Wie ich 2 Jahre lang jeden Monat ein Kindervideo produzieren konnte

Ich produziere nun seit zwei Jahren jeden Monat ein Video von unserem Krümel. Die wenigsten können das hier sehen, weil wir keine Kinderbilder und -videos im Internet veröffentlichen. Aber jeder kann sich wohl etwas darunter vorstellen. Dieser Beitrag ist für alle, die selbst daran interessiert sind, kurze Filme von ihrem Kind zu machen, aber daran zweifeln, dass sie als Eltern die nötige Zeit dafür aufbringen können.

Wir veröffentlichen privat (für Verwandte und Bekannte) jeden Monat einen kurzen Film von 4 bis 6 Minuten Dauer. Der Film zeigt die besten Videoausschnitte aus dem vergangenen Lebensmonat unserer Tochter, unterlegt mit Musik.

Ausschnitt aus der Zeitleiste

Hier soll es erstmal nicht darum gehen, wie das Video veröffentlicht wird — dass wäre zu technisch. Es muss ja nicht unbedingt im Internet sein. Vielleicht wollt Ihr ein Video einfach auf dem Tablet mitnehmen oder per Dropbox-Link herum schicken.

Stattdessen soll dieser Beitrag zeigen, wie man ein sauber geschnittenes Video in akzeptabler Zeit erstellt — also keinen billigen Amateur-Mist, der ohne Anfang und Ende irgendwie zusammen geschustert wurde. Das will ja keiner sehen.

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Die ideale Ordnerstruktur für Bilder

Seit mittlerweile 12 Jahren fotografiere ich digital. Da hat sich einiges angesammelt – und ich bin froh, dass das nicht alles in Form von Fotoalben den Keller in ein riesiges Archiv verwandelt. Wofür man vor 20 Jahren noch einen Schrank brauchte, ist heute eine Festplatte nötig, die in jede Hosentasche passt. Dank Full-HD-Beamer lässt sich jeder Dia-Abend von früher™ in Sachen Qualität und Größe locker überbieten. Toll!

Aber genau wie bei Fotoalben und Dias ist bei digitalen Bildern eine gewisse Ordnung unumgänglich, um langfristig den Überblick zu behalten. Und es gibt im privaten Umfeld wohl kaum langfristigere Daten als Fotos, wenn man bedenkt, dass man sich die vielleicht auch noch mit 80 ansehen will.

Programme als Unterstützung

Soinnennetz Natürlich gibt es jede Menge Programme, die bei der Verwaltung von Bildern unterstützen können. Unter Windows ist Google’s Picasa keine schlechte Wahl, auch wenn es für meinen Geschmack etwas zu unübersichtlich ist. Und mal abgesehen davon, dass ich bei der Bildbearbeitung dann doch eher zu professionellen Werkzeugen greife, bringt nahezu jede Verwaltungssoftware ein ganz entscheidendes Problem mit sich: sie macht abhängig. In schätzungsweise 30 Jahren – wahrscheinlich früher – wird es keines der Programme, die man heute verwendet, noch geben. Die Bilder werden in dieser Zeit immer mehr. Wer alle 10 Jahre auf eine neue Software setzt, wird sicher einen Riesenspaß haben, jedes Mal seine ganzen Daten zu übernehmen.

Deshalb habe ich mich, was Bilder angeht, gegen jede Art von Verwaltungssoftware entschieden. Ich bearbeite Bilder mit Photoshop und Lightroom – in ein paar Jahren aber vielleicht nicht mehr. Ich sehe mir Bilder mit unterschiedlichen Geräten an – am PC, am Beamer über den Blu-ray-Player, auf dem Telefon oder Tablet – und irgendwann lasse ich sie mir vielleicht direkt ins Hirn strahlen. Bei all diesen Möglichkeiten, die es gibt und geben wird, kann ich mich nicht von einer Software abhängig machen, die meine Bilder garantiert nicht überdauern wird.

Eine Ordnerstruktur für Bilder

Es gibt eigentlich nur eine Lösung dafür, die auf allen Systemen nahezu identisch funktioniert und im Laufe der Zeit so wenigen Änderungen unterworfen ist, dass man sie bedenkenlos einsetzen kann: eine simple Ordnerstruktur. Und egal wie diese aussieht, muss sie folgende Anforderungen erfüllen:

  • sie muss durchsuchbar sein
  • sie muss nach Datum sortierbar sein
  • man muss sich darin zurecht finden, falls Suchen und Sortieren mal nicht möglich sind
  • und als Bonus: man sollte einzelne Jahre, Monate oder Ereignisse leicht herausziehen können

Um eine Suchfunktion zu unterstützen, ist es einfach nur wichtig, die richtigen Stichworte zu verwenden. Bilder müssen also in Ordnern liegen, die entsprechende Namen haben. Die meisten Dateisysteme unterstützen ziemlich lange Namen; selbst die rückschrittlichen Systeme kommen wenigstens mit 32 Zeichen zurecht. Das sollte genügen. Wichtig ist also, nicht mit der Länge zu geizen.

Die Sortierung nach Datum ist so eine Sache, die ein Großteil der Welt wohl nie lernen wird. Die in Deutschland und vielen anderen Ländern übliche Schreibweise in der Reihenfolge Tag-Monat-Jahr (28.02.2013) ist absolut sinnlos, wenn sie in Datei- und Ordnernamen verwendet wird. Für sowas gibt es eine feine ISO-Norm, die zum Ziel führt: 2013-02-28 – fertig. Lässt sich bestens sortieren und nach etwas Eingewöhnungszeit auch viel besser lesen.

Die letzten beiden Anforderungen kann man ganz leicht in einem Schritt umsetzen. Bevor ich hier zu viele Worte verliere, lasse ich das System einfach sich selbst erklären:

Bilder
   2008
      2008-04
         2008-04-08 Hochzeit Yvonne und Bert
         2008-04-16 Urlaub Hochzeitsreise Malediven auf Kuredu Island Ressort
   2012
      2012-03
         2012-03-15 Urlaub Karibik Kreuzfahrt
      2012-05
         2012-05-10 Geburtstag Bert (31)

Alles klar? Im Ordner Bilder befinden sich weitere Ordner für Jahre, darin Ordner für Monate, darin Ordner für Ereignisse. Jahr, Monat bzw. vollständiges Datum werden jeweils nochmal vorangestellt, um die Informationen nicht zu verlieren, wenn man einzelne Ordner mal woanders hin kopiert.

Auf diese Weise lassen sich alle Bilder für die nächsten paar tausend Jahre problemlos aufräumen, ohne dass sich auch nur einmal die Frage stellt, wo sie hin gehören.

Wirklich? Was ist denn mit Ereignissen, die sich über mehrere Monate erstrecken? Und was ist mit Bildern, die zeitlich nicht mehr genau zugeordnet werden können, zum Beispiel alte Papier-Fotos, die eingescannt wurden? Für diesen Fall kann das Jahr oder der Monat einfach durch Nullen ersetzt werden:

Bilder
   0000
      1981-05-10 Bert
   2009
      2009-00
         2009-00-00 Hausbau

Alte Bilder von Personen sind immer total nützlich für Hochzeitszeitungen. Sowas sortiert man am besten beim Geburtsdatum ein. Solche Ordner können dann auch nochmal beliebig unterteilt werden. Für den Hausbau habe ich zum Beispiel auch nochmal eine Struktur nach Monaten verwendet. Natürlich hätte ich das genauso in die normale Struktur einbauen können, aber ich wollte es eben zusammen halten. Das muss jeder selbst entscheiden, welche Ausnahmen zulässig sind.

Struktur innerhalb eines Ereignisses

SchafAls Ereignis bezeichne ich einen Anlass, an dem Fotos gemacht wurden. Ein Geburtstag ist ein klassisches Ereignis, aber auch ein Urlaub. Bei Ereignissen, die über mehrere Tage gehen, kommen alle Bilder in einen Ordner und es wird das Datum des ersten Tages vergeben. Die Art des Ereignisses ist meistens auch das erste Wort im Namen des Ordners. Ich bearbeite Bilder normalerweise nur, wenn das Ereignis ein gewisses „Gewicht“ hatte. Ein Urlaub ist da in jedem Fall dabei, meistens auch Hochzeiten oder größere Geburtstagsfeiern – generell alle Bilder, die jemandem gezeigt werden sollen. In solchen Fällen brauche ich eine weitere Unterteilung des Ordners, anstatt alles direkt auf einem Haufen abzuladen.

Originale

Ich hebe grundsätzlich immer die Originalbilder in voller Auflösung auf. Dafür werde ich mich wahrscheinlich mal bei meinem Vergangenheits-Ich bedanken, wenn es total tolle Programme gibt, die aus dem alten Zeug dann … keine Ahnung … 3D-Bilder machen oder so. Bei großen Ereignissen bekommt man auch mal Bilder von anderen Teilnehmern in die Hände – gerade bei Hochzeiten und Geburtstagen. In diesem Fall gibt es weitere Unterordner mit den Namen der Fotografen.

Album

Die Originalbilder werden bearbeitet und anschließend in einem eigenen Ordner abgelegt, der klassisch Album heißt. Die reine Massen-Bildbearbeitung mache ich mit Adobe Lightroom, weil es die schnellste Bearbeitungsmöglichkeit auf hohem Niveau bietet. Lightroom importiert die Originalbilder und wendet meine Bearbeitungen nur innerhalb seines separat gespeicherten Kataloges auf meine Bilder an. Die Änderungen werden also nicht als Bilddateien irgendwo abgelegt, sondern nur für jedes Bild gemerkt und beim Betrachten „live“ darauf angewendet. Anschließend können Exporte der bearbeiteten Bilder in verschiedensten Größen ausgegeben werden. Das nutze ich ziemlich intensiv, um immer das optimale Verhältnis von Auflösung und Dateigröße zu haben:

Album
   1280
   1920
   3840

Die Unterordner heißen wie die Pixelzahl der langen Bildkante. So kann ich mir zum Beispiel die 1920er-Auflösung auf die Festplatte kopieren, die dann am Beamer hängt. 1280 ist die Auflösung für’s Tablet, damit die Bilder dort nur wenig Speicher verbrauchen, und 3840 ist die Variante, die man am PC auch mal vergrößern kann. Es kann noch kleinere Versionen für’s Telefon oder größere für den Ausdruck geben, das mache ich aber nur bei Bedarf.

Unwetter

Mit dieser Struktur komme ich seit Jahren sehr gut zurecht und habe seither nicht mehr das Bedürfnis, irgendwelche Software einzusetzen, die alles nach ihren eigenen Regeln verbiegen will. Vielleicht hilft es dem einen oder anderen, etwas Ordnung in sein Bilder-Chaos zu bringen. Papier war eben doch einfacher.


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