Die ersten 100: Eine kleine Statistik

Seit der Fertigstellung des Kinos habe ich bis heute genau 100 Filme angesehen. Das sind 1,18 Filme pro Tag, bei einem Maximum von 3 Filmen an einem Tag und nur 12 Tagen in diesem Zeitraum, an denen ich nicht im Kino war. Verrückt? Mag dem einen oder anderen vielleicht so erscheinen, ist es aber eigentlich nicht.

Ein Film hat im Durchschnitt eine Spielzeit von ca. 129 Minuten. Das sind bei mir dann rund 152 Minuten pro Tag. Wenn man bedenkt, dass der durchschnittliche Fernsehkonsum der Deutschen bei etwa 226 Minuten pro Tag liegt, bin ich da immer noch deutlich drunter. Der wesentliche Unterschied ist wohl nur, dass im Heimkino zu 100% Filme laufen, während sich im Fernsehen nur Peter Zwegat und Barbara Salesch eine epische Schlacht gegen die Werbeblöcke liefern.

Der Besuch in einem echten Kino kostet eine ganze Stange Geld. Dazu zählt

  • die Kinokarte für 8 €,
  • was zu trinken für 3 €
  • und vielleicht noch was zu beißen für nochmal 3 €.
  • Die Hin- und Rückfahrt kostet bei 15 km Entfernung ungefähr 3,30 €,
  • Parken nochmal 2 €.

Rechnen wir für die Personenbeförderung nur die Hälfte, weil man üblicherweise nicht alleine ins Kino geht, ist man so schnell mal 16,65 € pro Person los – und das ist noch optimistisch gerechnet, weil Getränke und Popcorn meistens noch teurer sind. Nebenbei muss man für einen Kinobesuch 4 Stunden Zeit einrechnen: zwei für den Film, eine für Werbung und Wartezeit und eine für die Anfahrt.

Natürlich geht man nicht jeden Tag ins Kino, aber hier mal zum Vergleich die Kosten pro Film im Heimkino:

  • Die Ausleihgebühr für einen Film liegt irgendwo zwischen gar nichts und 1,50 pro Tag – heute holen, morgen zurückbringen kann in einer klassischen Videothek zum Beispiel 2,40 € kosten. Bei LoveFilm.de kostet ein Film ca. 1,70 €, je nach Paket.
  • Eine ordentliche Druckbetankung mit Cola jenseits aller Vernunft und ohne Rücksicht auf die Gesundheit kostet 1 €.
  • Eine anständige Portion Mikrowellenpopcorn kostet weniger als 1 €. Selbst die dickste Tüte m&m’s schlägt mit unter 3 € zu Buche.
  • Eine Ersatzlampe für den Beamer kostet höchstens 500 € und läuft im Idealfall 5000 Stunden, das macht 0,20 € für 2 Stunden Laufzeit.
  • Es wird schwierig, die Stromkosten genau zu ermitteln, deshalb gehen wir mal von 2 € aus.

Das alles ist sehr pessimistisch geschätzt und schwankt von Film zu Film stark. Die meisten Kosten bleiben gleich, unabhängig von der Personenzahl. Man muss sich also schon anstrengen, um auf Kosten von 5 € pro Person zu kommen. Wahrscheinlicher sind wohl durchschnittlich 2 € pro Film. Die Anfahrt entfällt; ein Film ist in 2,5 Stunden gesehen.

So, und was bringt das jetzt? Wie die meisten Statistiken: nichts. Man kann nun natürlich ausrechnen, dass die 100 Filme im Kino eine stolze Summe von 1800 € gekostet hätten und spätestens nach 1000 Filmen ein anständiges Heimkino finanziert ist. Aber man geht ja nicht jeden Tag ins Kino, von daher ist das nicht vergleichbar. Letztendlich kann man für die Kosten eines Heimkinos wahrscheinlich rund 20 Jahre lang jede Woche ins Kino gehen – zu zweit immer noch 10 Jahre. Aber eben nicht jeden Tag.

Eines muss man dabei auch noch bedenken: Im Kino wird hinter einem geraschelt, neben einem geplappert und vor einem die Sicht versperrt. Man nimmt eine ganze Menge Ton- und Bildpannen hin und hat je nach Kino oft nur mittelmäßige Qualität von beidem. Sofern man die Werbung übersteht. Und wenn man die Getränke wegschaffen oder neue holen will, verpasst man ein paar Minuten.

2 Gedanken zu „Die ersten 100: Eine kleine Statistik

  1. Schöne Statistik, das wichtigste Argument ist für mich:
    „Toilettenpause“, ohne etwas vom Film zu verpassen. Bei einem 3 Stunden Film mit jeder Menge Bier/Cola kommt das doch mal vor und im Kino will man eigentlich nichts verpassen. Da ist die „Pause“-Taste Gold wert 🙂

  2. Hallo Herr Nachbar. Ich kann dir hier nur beipflichten. Durch das mehr als Fragwürdige TV-Programm und die ständigen Werbeunterbrechungen ist man heute doch lieber täglich im „Kino“. Allerdings kommt man mit 1800 Euro auch noch nicht weit beim eigenen Heimkino. Aber ist immerhin ein Anfang.

    Ausserdem ist so ein Heimkino eine echte Nachbarschaftsattraktion und wird gerne genutzt. Bis zum nächsten Filmabend.

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