Tag 2 – Auf See

Navigator of the SeasAuch heute wurden wir wieder früh wach, was nicht am Schiff oder am Wellengang lag, sondern einfach an unserer inneren Uhr. Wir gingen also schon früh nach oben aufs Deck, wo zu dieser frühen Stunde nur wenige Menschen unterwegs waren. Wir konnten schöne Bilder vom Sonnenaufgang machen und stellten fest, dass es ziemlich stürmisch war. Wir suchten unser Frühstücksrestaurant auf – das Windjammer Café. Nachdem wir uns einen Überblick vom Buffet verschaffen konnten, bedienten wir uns und stellten fest, dass wir unsere Teller bei weitem nicht so voll laden, wie andere Nationalitäten. Nach diesem stärkenden Mahl beschlossen wir, den Tag langsam angehen zu lassen und uns am Pool zu entspannen. Naja, zum Entspannen kamen wir eigentlich nicht richtig, weil es so viel zu sehen gab. Wir haben bereits an diesem Tag viele Erkenntnisse über die „Mitfahrer“ gesammelt. Hier ein kleiner Überblick:

  1. Navigator of the SeasEs sind viele fette „Ärsche“ an Bord. Aber so richtig fette. Solche, die eigentlich einen Waffenschein dafür bräuchten.
  2. Viele, viele alte Menschen mit Rollatoren und Rollstühlen an Bord – wobei diese nicht wegen dem Alter im Rollstuhl sitzen, sondern wegen ihrem Gewicht.
  3. Neue Modetrends entdeckt. Ob die es allerdings nach Deutschland schaffen werden, ist noch fraglich. Zum Beispiel ein schickes Frottee-Hemdchen zum Drüberziehen, viel zu kleine Bademoden, deren Unterteile im Allerwertesten verschwinden und Menschen, die eindeutig mehr Haare am Körper haben, als auf dem Kopf.
  4. Alkohol und Sonnenschein, das lass lieber sein – Amerikanischer Ballermann.
  5. Mensch, sind wir langweilig! Im Vergleich zu den anderen Menschen…

Nachdem wir uns bis in den späten Mittag erholten und uns den ersten Sonnenbrand einfingen, erkundeten wir noch weiter das Schiff, ehe wir einen Vortrag über St. Martin – unseren ersten Landgang – besuchten.  Diesen hielt ein amerikanischer Geschichtsprofessor.  Naja, gelohnt hat es sich nicht wirklich, aber man hat wieder was über die Amerikaner gelernt.  Wenn wir Deutschen sagen, um 16 Uhr fängt der Vortrag an, dann fängt er auch an.  Hier war es so: Er sagte, er fängt um 16 Uhr an,  aber weil immer wieder ein paar Leute zu spät kamen, wartete er, bis die auf ihren Plätzen saßen. Dann kamen wieder die nächsten und wieder und wieder… Irgendwann fing er dann aber auch mal an.

Navigator of the SeasEs war Galaabend: Männer mussten im Anzug mit Krawatte oder im Smoking erscheinen. Bert beschloss schon zu Hause, dass mehr als eine Anzughose, Hemd und Krawatte nicht ins Gepäck kommen. Aber er fiel nicht auf, die anderen machten es genauso.

Es gab wieder lauter leckere Sachen zu Essen.  Man kam sich ein bisschen vor wie auf der Titanic, als alle am Tag des Unterganges schick im Speisesaal saßen und die den Eisberg rammten. Deshalb haben wir uns für die Karibik entschieden.

Navigator of the SeasWir mussten sehr über unseren Tischkellner schmunzeln. Wie bereits am ersten Abend schenkte er uns Wasser zum Essen ein, doch heute ging mehr neben das Glas als hinein. Und so lagen die Eiswürfel auf dem Boden herum, ehe er schließlich das Glas umschmiss und das Wasser über die Tischdecke und mich schüttete.

Wir besuchten am Abend noch eine von den vielen Bars an Bord und tranken einen leckeren Cocktail. Bei diesem gemütlichen Sitzen mussten wir feststellen, dass die Leute auf Bingo und das Casino an Bord total abfahren. Irgendwann kamen sie in Scharen aus dem Casino geströmt.

2 thoughts on “Tag 2 – Auf See

  1. Eure Berichte werden ja immer köstlicher! Zum Glück wissen wir um Eure innere Uhr. Sonst müssten wir denken, dass Ihr an seniler Bettflucht erkrankt wart. Aber das stünde im Widerspruch zu Eurem Alter. Musste die Mannschaft eigentlich Ballastwasser ablassen – bei den vielen fetten Ärschen? Und die rumänischen Kellner vertragen wohl auch nichts mehr. Wie kann man am hellerlichten Tag schon so besoffen Wasser eingießen? Wie sieht es auf einem so großen Schiff mit der Einrichtung aus, in der mitunter ein schwarzer Papagei das Foyer schmückt? Hatte Royal Caribbean auch genügend qualifiziertes Kranken- und Altenpflegepersonal an Bord? Fragen über Fragen. Ich denke, wir werden in den folgenden Beiträgen die Antworten erhalten.

    1. Die hatten da nur ganz wenig Altenpflegepersonal. Hat gerade gereicht, die fetten „Fahrstuhlfahrer“ (die hatten wirklich richtige Fahrstühle, wie so kleine Mopeds mit vier Rädern) ans Buffet zu schieben und ihnen was auf den Teller zu schaufeln. Im Sanatorium gab es kein Personal. Wenn man da durch lief, wusste man bei manchen echt nicht, ob es am Abend noch eine Seebestattung geben würde.

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