Betreten verboten!

Nach langem Kampf haben wir endlich unser größtes Etappenziel erreicht: den Estrich. Dazu gibt es eine nette Geschichte zu erzählen.

EstrichNachdem Bert letzte Woche beruflich sehr eingespannt war, nahm ich mal das Zepter in die Hand und schaute nach den Handwerkern. Wir hatten mal wieder das Gefühl, dass es keinen interessiert, wie es auf der Baustelle vorangeht.

Nachdem ich ja mittlerweile im Quängeln Erfahrung habe, rief ich also Anfang letzter Woche bei unserer Estrich-Firma in Oberboihingen an, um mich zu erkundigen, wie es um unseren Estrich steht. Der freundliche Herr am Telefon fiel aus allen Wolken und sagte, er wüsste gar nicht, dass sie schon kommen sollten und wollte nun wissen, bis wann der Heizungs- und Lüftungsbauer fertig wird. Ich versicherte ihm, mich zu erkundigen.

Kaum aufgelegt, rief ich also die Heizungsfirma an und fragte, bis wann sie fertig wären. Am Montag könne man mir genaueres sagen. Nun verging das Wochenende.

Am Montag rief ich gleich wieder an und erkundigte mich erneut, bis wann sie fertig sein wollten. Der Chef sagte uns zu, dass die Arbeiten am Dienstag beendet würden.

Also rief ich gleich wieder bei Riempp an, um ihnen das mitzuteilen. Dieses Mal ging der Seniorchef ran. Ich erklärte ihm alles und er sagte mir, dass es diese Woche oder aber spätestens nächste Woche schon klappen würde. Ich bettelte ihn an, er solle mir bitte bis Donnerstag Bescheid geben, ob und wann der Estrich kommt. Er sagte mir zu. Es verging der Dienstag, der Mittwoch, wir wurden immer ungeduldiger. Das Telefon klingelte nicht, es kam keine erlösende Nachricht.

Also rief ich am Donnerstag wieder an und fragte nach. Dieses Mal war der Juniorchef dran. Dieser wusste immerhin über die Baustelle Bescheid und sagte mir dann erfreulicherweise, dass sie aller Wahrscheinlichkeit nach am Freitag kommen würden. Ich bat auch dieses Mal um einen Anruf, sobald die Arbeiten beginnen sollten, was er mir bestätigte.

EstrichFreitagmorgen, 7:40 Uhr. Bevor ich zur Arbeit fuhr, schaute ich an der Baustelle vorbei um nach dem Rechten zu sehen. Leider sah ich keine Arbeiter, kein Material, nichts. Also fuhr ich enttäuscht weiter. Eigentlich war ja klar, dass es heute nicht mehr klappen kann mit dem Estrich. Die Zeit verging — weder mein Handy, noch das Telefon zuhause bei Bert klingelten.

Also rief ich um die Mittagszeit wieder bei der Firma Riempp an — dieses Mal die Juniorchefin am Telefon. Auch ihr erklärte ich die Situation; sie schaute nach, wie es aussieht. Nach einigen Minuten in der Warteschleife teilte sie mir mit, dass die Arbeiter morgen früh (also Samstag) kommen würden. Zugegeben, ich wunderte mich, aber es scheint bei Handwerkern ja nicht ungewöhnlich zu sein, dass sie auch mal samstags arbeiten. Also legte ich zufrieden auf.  Diese Nachricht verkündete ich dann Bert, der gerade auf dem Weg zur Baustelle war.

Keine 15 Minuten später rief Bert an und teilte mir mit, dass die Estrichverleger gerade mit ihrer Arbeit fertig geworden sind.

Nun ja, was lernen wir daraus? Drei Chefs sind einfach zwei zu viel. 🙂 Aber nun ist er drin und wir sind heilfroh, dass die lange Phase des Trocknens endlich begonnen hat. Und trotz der scheinbar chaotischen Planung (die wohl eher auf unseren Bauleiter zurückzuführen ist — nur so eine Vermutung) hatten wir bei der Firma Riempp immer das Gefühl, dass die Jungs wissen, was sie tun.

2 Gedanken zu „Betreten verboten!

  1. Ich habe grad ein Déjàvu. Das ist ja wie bei uns. Ewig passiert nichts und dann kommen alle auf einmal, völlig chaotisch und durcheinander. Und alles wegen dem Bauleiter – natürlich auch nur eine Vermutung, aber man konnte uns keine bessere Erklärung geben. Dann müsst Ihr jetzt nur noch danach schauen dass die Heizung dem Trocknungsvorgang entsprechend hochgefahren wird und immer ausreichend gelüftet wird um die Feuchtigkeit aus dem Haus zu bringen (was bei dem Wetter eher schwer wird, vor vier Wochen wärs perfekt gewesen). Sonst passiert es Euch wie uns, Heizung sofort Vollgas und keiner schaut nach der Luftzirkulation, bis wirs dann nach drei Tagen gemerkt haben. Da lief bei über 35 Grad (!!!) das Wasser sprichwörtlich die Wände und Fenster runter. Ab da wurde dann mehr oder weniger regelmässig gelüftet, nur die Heizung hat irgendwie keiner geregelt bekommen, was uns allein für die Estrichtrocknung hunderte Euro Heizkosten eingebracht hat. Gut, der Estrich hats überlebt und ist auch sicher gut getrocknet, hätte aber durchaus auch schiefgehen können. Also lieber einmal mehr nachfragen und selber nach dem Bau schauen als auf Euren imaginären Bauleiter vertrauen!

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