Malediven I

Malediven11 Uhr 20. Es klingelte an der Haustür. Pünktlich wie vereinbart traf unser Trautel-und-Heinz-Taxi ein. Nach einer kurze Übergabe für den Blumengieß-Dienst, der während unserer zweiwöchigen Abwesenheit hier walten würde, fuhren wir nach Lorch zum Bahnhof. Da wir einen ordentlichen Zeitpuffer für die Anreise zum Flughafen eingerechnet hatten, mussten wir eben auch am Lorcher Bahnhof ein paar Minuten warten. Wir verabschiedeten uns von Trautel und Heinz und stiegen Punkt 12 Uhr in den Regional-Express nach Stuttgart.

Um 12 Uhr 36, genau nach Fahrplan, kamen wir in Stuttgart auf Gleis 10 an. Der ICE, der uns weiter nach Mannheim bringen sollte, fuhr von Gleis 11 ab. Das bedeutete für uns: Reisetaschen packen, Treppen runter, rüber, hoch und dann noch etwa 10 Minuten dastehen und warten. Die Bahn unterstützte uns an diesem Tag, ganz zu unserer Freude, indem sie sich von ihrer pünktlichsten Seite zeigte. Mit den schweren Reisetaschen hatten wir ein kleines Handicap beim Einsteigen und der Suche nach einem Sitzplatz. Erfolglos gaben wir auf und richteten uns gerade gemütlich im Gang ein, als die Schaffnerin vorbei kam. Wir fragten sie, ob wir nicht im Schwerbehinderten-Abteil Platz nehmen könnten, das wir gerade noch im Vorbeigehen leer stehen sahen. Sie war einverstanden, solange niemand die Plätze benötigte. Und so verging die halbe Stunde Fahrt wie im Flug.

In Mannheim kamen wir um 13 Uhr 25 an. Hier mussten wir in den ICE am Gleis gegenüber umsteigen, da wir sonst am Frankfurter Hauptbahnhof und nicht am Flughafen rausgekommen wären. Dieser hielt dann pünktlich sechs Minuten nach 14 Uhr am Flughafen-Fernbahnhof.

MaledivenNun ging die Suche nach dem Terminal los. Völlig erstaunt über die Größe des Flughafens fanden wir heraus, dass Terminal 1C für Condor-Passagiere zuständig war. Nach einem langen Fußmarsch und nicht enden wollenden Schaltern fanden wir in der hintersten Ecke den Condor-Schalter. Skeptisch waren wir zu diesem Zeitpunkt nur, ob wir unser Gepäck 5 ½ Stunden vor Abflug schon aufgeben konnten.

So waren wir die ersten, die für den Flug DE 3326 nach Male eincheckten. Es gab an der Sache nur einen Haken: da zu diesem Zeitpunkt noch keiner wusste, wo unser Flugzeug ankommen würde, mussten wir immer wieder auf die Informationstafeln schauen, um uns zu informieren.

Also machten wir uns mit unserem Handgepäck und den Flugtickets (Reihe 16, Platz A und C) auf den Weg, etwas Essbares zu finden. Wir durchquerten auf unserer Suche das Terminal 1 auf so ziemlich allen drei Ebenen. Doch irgendwie machten uns die belegten Brötchen an den Essensständen nicht an und so entdeckten wir bei den Last-Minute-Schaltern eine kleine Pizzeria. Die Bedienung war nicht die schnellste, aber es reichte, um uns etwas zu stärken. Wir beschlossen, anschließend die Besucherterrasse zu besichtigen, wenn wir schon einmal am Frankfurter Flughafen sind. Diese befand sich offenbar im Terminal 2. Um dorthin zu gelangen, mussten wir mit dem kostenlosen Flughafen-Shuttle fahren.

An der Besucherterrasse angekommen erfuhren wir, dass man keine Getränke mit hinaus nehmen durfte. Deshalb setzten wir uns demonstrativ auf zwei Stühle gegenüber des Eingangs und tranken vor den Augen der Sicherheitsbeamten unsere mitgebrachten Capri-Sonnen leer.

MaledivenFür 4 Euro Eintritt pro Person enterten wir die Besucherterrasse. Bei starkem Wind und leichtem Nieselregen schauten wir dem Flugbetrieb eine knappe halbe Stunde zu, ehe es uns zu kalt wurde.

Zurück im Terminal 1 ging das Warten los. Auf der Anzeigentafel stand zwar schon unser Flug, aber noch nicht, welches Gate für uns bestimmt war.

Bald beschlossen wir, die Sicherheitskontrolle zu passieren. Wie immer konnten wir uns über einige Leute krumm und schief lachen. Doch als wir durch die Sicherheitsschleusen hindurch gingen, piepste der Detektor. Wir wurden noch einmal gründlich durchleuchtet. Als Bert seine Schuhe ausziehen musste, bekamen wir es mit der Angst zu tun.

Nach dieser Prozedur wurde für unseren Flug endlich auch das Gate B47 angezeigt. Wie schon befürchtet, war das am Ende der Welt. Um 19 Uhr 35 fing das Boarding an. Mit zwei Bussen wurden wir quer über den Flughafen gefahren, um dann unsere Boeing 767-300 zu erreichen. Wir stiegen durch die vordere Tür in die Maschine, durchquerten die Business Class und richteten uns auf unserem Platz häuslich ein. Jetzt stellten wir fest, dass wir den wohl sinnlosesten Fensterplatz im ganzen Flugzeug bekommen hatten. Anstelle eines Fensters war dort nur ein undurchschaubares Stück Außenwand. Schade.

Das Flugzeug startete planmäßig um 20 Uhr 20 Richtung Male. Die voraussichtliche Flugzeit von 10 Stunden und 15 Minuten verkürzte der günstige Wind auf 9 Stunden. An Bord füllten wir unsere Einreisepapiere aus, die bei der Ankunft scheinbar sehr wichtig waren. Es war eine lange und unbequeme Nacht. Da half auch das Fernsehprogramm nicht weiter.

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